10.06.2020

Covid-19 hat uns zu Lernenden gemacht

Covid-19 hat uns zu Lernenden gemacht

Was wir schon immer gewusst haben, zeigt sich durch die Covid-19 Krise deutlich.
Not macht erfinderisch. Not wendet Dinge. Not verbindet. Not fokussiert auf das, um was es wirklich geht. Ein Überleben als einzelner Mensch in einer bedrohlichen Umgebung funktioniert nicht.  
Menschen sind angreifbar und zutiefst verletzliche Wesen und ohne Zusammenhalt und Kooperation überleben wir schlicht weg nicht.
Krisen ermöglichen einen Blick auf das Leben, den wir in einer rasenden Leistungskultur häufig nicht schaffen. Das was wirklich zählt, kommt an´s Licht.
Nebensächlichkeiten wie Klopapier, die uns sonst keinen Gedanken wert sind rücken in den Mittelpunkt. Menschen die in den sogenannten „systemrelevanten“  Berufen arbeiten, damit wir ein sicheres, bequemes, versorgtes Leben überhaupt leben können, treten aus dem Schatten.
Menschen die im Lebensmittelhandel schuften, LKW-Fahrer, Pflegefachkräfte, Menschen die im Gesundheitssystem arbeiten und viel für uns alle leisten, fallen uns erst jetzt auf. Wertschätzung und Achtsamkeit diesen Menschen gegenüber, wird spürbar.

Covid-19 hat uns alle zu Lernenden gemacht. Es hat uns aus unserer Komfortzone vertrieben.

Nach der anfänglichen Bedrohung, Unsicherheit haben wir auch positive Lernerfahrungen gemacht:

  • Arbeit lässt sich bei vielen im Homeoffice erledigen
  • Anwesenheit ist im Büro oder Betrieb gar nicht mehr notwendig.
  • Fehlende Ablenkungen machen ruhiger, entspannter und entschleunigen.
  • Mangel trainiert Achtsamkeit und Wertschätzung
  • Beziehungsleben statt sinnloses konsumieren macht fröhlicher.
  • Weniger Lärm lässt ruhiger schlafen.
  • Informationen, durch objektive Medien sind hilfreich.
  • Befürchtungen und Ängste ansprechen entlastet.
  • Verleugnung gefährdet und strengt an.
  • Gemeinsames Arbeiten an Lösungen entspannt und schafft Vertrauen.
  • Ein Gesundheitssystem, das so ausgezeichnet arbeitet, macht dankbar.

 

Selbst in meinem beruflichen Umfeld (Industrie/Gesundheitswesen) staunen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie auch Führungskräfte was die Covid-19 Krise hervorgebracht hat.
Workshopmüde und besprechungserschöpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen derzeit Lernkurven hin, die verblüffen. Autonome Teamarbeit wird gelebt, weil es anders gar nicht geht. Agilität, die ansonsten mühsam eingefordert und kostspielig trainiert werden muss, ergibt sich.

Es wird kooperiert, unterstützt und auf Augenhöhe kommuniziert. Man hat Verständnis für Neues, Improvisation und Vereinfachung. Trotz räumlicher Distanz fühlt man sich mehr verbunden und vernetzt als vor Covid-19.  Man pflegt die Beziehungen wieder und frägt nach, wie es dem Anderen mit den vielen neuen Entwicklungen und Erfahrungen denn wirklich ergeht.